1936 - 2026
90 Jahre Sportverein Grieskirchen
Der Anfang
Einige fußballbegeisterte Grieskirchner gründeten 1936 den SV Grieskirchen. In den Wirren des zweiten Weltkrieges gingen aber nicht nur sämtliche Unterlagen über die Vereinsgründung verloren, sondern musste 1943 der Sportbetrieb wieder eingestellt werden.
Doch schon wenige Monate nach Kriegsende wurde am 15. Oktober 1945 der SV Grieskirchen von Fritz Bauer, Heinrich Kies-Humer, Josef Ortner und Heinrich Strasser neu gegründet. Die amerikanische Besatzungs-macht stellte dem Sportverein die damalige Übleiswiese als Betätigungsfeld zur Verfügung und in der Saison 1946/47 konnte der Meisterschaftsbetrieb aufgenommen werden. Bereits in der Spielzeit 1947/48 wurde der erste Meistertitel (2.Klasse, Gruppe E) gefeiert. Der herausragende Akteur in den Anfangsjahren war Heinrich Strasser – ein gefürchteter Kopfballspieler und oftmaliger Torschützenkönig.

Ende der Fünfzigerjahre brach die „Ära Burgholzer“ an. Mit den am 5. September 1940 gebore-nen Zwillingen Horst und Werner Burgholzer holte der SV Grieskirchen insgesamt vier Meister-titel. 1964 gelang der Aufstieg in die Landesliga und 1967 erstmals jener in die Regionalliga, der damals zweithöchsten Spielklasse in Österreich. Werner Burgholzer gilt bis heute als der beste Fußballer, den Grieskirchen jemals hervorbrachte. Der Ausnahmesportler spielte 15 Mal in der ober-österreichischen Amateurauswahl und 17 Mal im österreichischen Amateurnationalteam. Bis zu seinem Karriereende 1974 schoss Werner Burgholzer 211 Tore für Grieskirchen, 13 für die österreichische und neun für die oberösterreichische Amateurauswahl. Alle Angebote von prominenten Klubs (z. B. LASK, Wacker Innsbruck) lehnte er ab und blieb seinem Stammverein treu.


Mitte der Sechzigerjahre musste eine neue Sportanlage geschaffen werden, da auf dem alten Sportplatz die Hauptschulen errichtet werden sollten. Am 6. August 1967 war es soweit – im Westen von Grieskirchen wurde das neue Trattnachtalstadion eingeweiht. Im Eröffnungsspiel traf der SV Grieskirchen auf den FC Bayern München, frisch gebackener Gewinner des Europacups der Pokalsieger. Die Gäste kamen mit allen Stars wie Franz Beckenbauer, Sepp Maier oder Gerd Müller. Die Partie vor 7000 Zuschauern endete 1:11, den Grieskirchner Ehrentreffer erzielte Adi Trink aus einem Elfmeter. Das Vorspiel bestritten eine Presseauswahl und das österreichische Schinationalteam mit Karl Schranz. Der Neubau des Trattnachtalstadions kostete etwa 2.100.000 Schilling, also umgerechnet rund 150.000 Euro.

Im neuen Stadion fanden bald interessante Begegnungen statt. So trafen am 20. März 1968 die Amateur-teams von Österreich und Deutschland aufeinander. Im Juli 1969 hatte der SV Grieskirchen in Freundschaftsspielen den dänischen Vizemeister BK Aalborg und den tschechischen Spitzenklub Sparta Prag zum Gegner. Am 5. Mai 1971 ging das Olympia-Qualifikationsspiel Österreich gegen Luxemburg im Trattnachtalstadion über die Bühne.
Die sportlich erfolgreichste Zeit hatte der SV Grieskir-chen (ab 1971 SV Pöttinger Grieskirchen) ab dem Wiederaufstieg in die Regionalliga Mitte 1969 bis zu deren Auflösung 1974 mit den Plätzen zehn, neun, vier, sieben und sechs. Damals war Grieskirchen auch der „Hauptlieferant“ des Amateurnationalteams. Nach Werner Burgholzer wurden Ladislaus Borstnar, Gerhard Feichtinger, Helmut Fellermayr, Ernst Knorrek, Franz Mrakowitsch und Karl Niedenhuber von Fachlehrer Georg Schmidt einberufen.
Nachdem Trainer Felix Simunovic zweimal den Aufstieg in die Regionalliga geschafft hatte (1967 und 1969), dauerte es bis zur Saison 1996/97, ehe der SV Pöttinger Grieskirchen unter Hans Kondert wieder Landesliga-Meister wurde. Dabei standen mit Heinz Beutelmayr, Markus Falzberger, Harald Hager, Thorsten Hauser, Kapitän Walter Maier, Andreas Sperz, Kurt Willinger und David Wimleitner gleich acht Eigenbauspieler im Kader. Beim ersten Regionalligaspiel am 8. August 1997 wurde die neue Flutlichtanlage in Betrieb genommen.

Sportlich ging es nach zwei Jahren wieder zurück in die OÖ-Liga, dafür wurde 1999 die neue Kantine fertiggestellt 2002 noch einmal umgebaut.
In der Winterpause der Saison 2004/05 wurde Ronald Scharschinger Trainer beim SV Pöttinger Grieskirchen. Er übernahm die Mannschaft auf einem Abstiegsplatz und schaffte souverän den Klassenerhalt. Im Jahr darauf wurde Grieskirchen überlegen Meister der Radio OÖ-Liga. Am 1. Juni 2007 war beim Heimspiel gegen Vöcklabruck der frühere Weltfußballer Lothar Matthäus zu Gast und nahm den Ehrenanstoß vor. Zwei Monate später bestritt im Trattnachtalstadion der SSC Neapel ein Freundschaftsspiel gegen Apollon Limassol (Zypern).
Die im Februar 2008 gegründete Damenmannschaft wurde nach drei Saisonen aus Personalmangel wieder aufgelöst.
Die Stadionrenovierung konnte im Sommer 2009 endlich abgeschlossen und am 21. August 2009 das neue Klubhaus eröffnet werden. Obmann Christian Schneitler durfte dabei Landeshauptmann Josef Pühringer und ÖFB-Teamchef Dietmar Constantini begrüßen. Das Stadion wurde im Oktober 2009 in „IPZ-Stadion“ beziehungsweise kurz darauf in „IPZ-Trattnachtalstadion“ umbenannt.
Am 24. August 2010 bestritten in Grieskirchen die U-17 Nationalteams von Belgien, Kroatien, Österreich und der Schweiz zwei Länderspiele im Rahmen des Internationalen Jugend TOTO Cups, wobei Scouts aus etlichen Ländern anwesend waren.
Die Sportanlage wurde am 1. Juli 2011 neuerlich umgetauft und heißt seither FRÖLING-STADION.
Pünktlich zum 80. Geburtstag des Vereins und zum fünften Mal insgesamt wurde Grieskirchen in der Saison 2015/16 mit Trainer Helmut Wartinger Meister der OÖ-Liga und stieg somit wieder in die Regionalliga Mitte auf . Diesem Aufstieg folgte aber in der Saison 2016/17 der direkte Wiederabstieg in die OÖ-Liga und einem Umdenken im Verein nach sich. Aufgrund der angespannten finanziellen Situation wurde ein Totalumbruch im Mannschaftskader von Nöten. Mit der Bestellung von Christian Heinle als Spielertrainer gelang es, sich komplett neu aufzustellen. In den folgenden Jahren in der Oö-Liga schaffte man vermehrt wieder den Einbau der Eigenbauspieler und junge motivierte Spieler aus der Umgebung in den Verein zu integrieren. In der Saison 2021-2022 mußte man aber als 13. der OÖ-Liga absteigen, seither spielte der SV Pöttinger Grieskirchen in der Landesliga West. Den Einbau von Eigenbauspielern und die finanzielle Stabilität ist das obererste Ziel, ein zeitnaher Aufstieg in die OÖ-Liga und die Renovierung bzw. Neubau der Tribüne im Fröling-Stadion sind die ambitionierten Ziele in den nächsten Jahren.
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Sportliche Erfolge des SV Pöttinger Grieskirchen
In der 80-jährigen Vereinsgeschichte schaffte Grieskirchen elf Meistertitel, davon fünf in der höchsten Amateurliga des OÖ Fußballverbandes.
Die Titel wurden in den Saisonen 1947/48, 1958/59, 1960/61, 1963/64, 1966/67, 1968/69, 1986/87, 1991/92, 1996/97, 2005/06 und 2015/16 gewonnen.



Fünf Meistertitel (1967, 1969, 1997, 2006 und 2016) führten zum Auf-stieg in die Regionalliga Mitte. Diese war bis 1974 die zweithöchste Leis-tungsstufe in Österreich und ist seither die dritthöchste.

In den Jahren 1977 und 1979 konnte der Innviertler Cup und 1989 der Hausruck-Salzkammergut Cup gewonnen werden. In den Saisonen 1988/89 und 2010/11 gewann der SV Pöttinger Grieskirchen den OÖ Landescup und 2012 den OÖ Hallencup.
Spielerpersönlichkeiten des SV Grieskirchen
1936 I 2026 I Hubert Aigner I Manfred Amerstorfer I Thomas Auinger I Hans Auer I Franz Birngruber I Günther Borstnar I Ladislaus Borstnar I Jürgen Brandstätter I Karl Braun I Heinz Brauneis I Walter Brauneis I Horst Burgholzer I Werner Burgholzer I Yalcin Demir I Werner Dollereder I Willi Dewald I Josef Dirschl I Werner Dittenberger I Herbert Dittrich I Josef Doppelbauer I Wolfgang Einsiedler I Josef Ecker I Hannes Eckersberger I Ernst Enzenebner I Markus Falzberger I Gerhard Feichtinger I Walter Feichtinger I Helmut Fellermayr I Karl Franz I Reinhard Fuchsjäger I Wolfgang Gintensdorfer I Dietmar Gombar I Herbert Grabner I Dominik Hackinger I Anton Haslehner I Thorsten Hauser I Christian Heinle I Roman Heinle I Heinz Hochhauser I Dieter Hödlmayr I Johann Hörmandinger I Fritz Humer I Rudolf Humer I Albert Huspek I Philipp Huspek I Werner Jaksche I Hans Johanik I Anton Kapsammer I Hermann Kies-Humer I Harrison Kennedy I Rainer Kührer I Josef Klingseisen I Franz Kloimstein I Ernst Knorrek I Karl Kocian I Johann Langhans I Helmut Leindecker I Robert Lenz I Matthias Leibetseder I Johann Leitner I Herbert Linimair I Daniel Lindorfer I Paul Loos I Hermann Lugmayr I Florian Madlmayr I Walter Maier I Peter Mascherbauer I Alexander Meister I Roland Meister I Hubert Möseneder I Franz Mrakowitsch I Felix Neuböck I Hermann Neuhofer I Karl Niedenhuber I Gerhard Obermüller I Peter Obran I Josef Ortner I Karl Ott I Thomas Paulin I Oliver Pollak I Hermann Pintirsch I Rainer Quin I Wilhelm Rabl I Alois Rachbauer I Günter Rafflesberger I Franz Rameder I Stefan Rastic I Manfred Razenböck I Rudolf Reisl I Dominik Reiter I Werner Rumpf I Johann Ruttinger I Manuel Sailer I Walter Sattlberger I Ralph Scharschinger I Andreas Scheucher I Walter Schiefermayr I Markus Schindler I Erwin Schmitzberger I Josef Schneglberger I Wolfgang Schrödl I Otto Selichar I Milos Simora I Andreas Steininger I Ferdinand Stockinger I Thomas Stadler I Heinrich Strasser I Heinz jun. Strasser I Günther Übleis I Franz Unger I Franz Vanura I Matthias Waltenberger I Gerhard Walter I Thomas Weissenböck I Robert Wiesinger I Heinz Wild I Kurt Willinger I David Wimleitner I Karl Wimleitner I Günther Wögerer I Walter Zehetleitner I Christian Zorn I Wolfgang Zunghammer
Trainer des SV Grieskirchen (Auszug)
Franz Birngruber, Karl Kocian,Josef Ornter, Heinrich Strasser, Franz Birngruber, Josef Ortner, Felix Simunovic, Laszlo Simko, Alfons Wurdinger, Heinz Hochhauser, Rainer Quin, Herbert Stieglmair, Anton Haslehner Gerhard Mittermayr, Manfred Amerstorfer, Josef Schröttner, Gerhard Feichtinger, Hans Kondert, Dieter Mirnegg. Günther Holzer, Helmut Köglberger, Rainer Neuhofer, Wolfgang Einsiedler, Milos Simora, Erwin Spiegel, Ronald Scharschinger, Walter Waldhör, Markus Waldl, Helmut Wartinger, Thomas Weissenböck, Helmut Wartinger, Christian Heinle, Reinhard Furthner, Rudolf Parzermair, Siegfried Krieg, Ervin Begic, Oliver Mink,



















